Praxisworkshop

Die Ausdrucksformen des Taiji-Qigong (S-222)

Gesundheitsfördernde Übungspraxis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM)

Kurzbeschreibung

Zutritt nur mit Kongressticket
Praxisworkshop: Für die Teilnahme ist erforderlich, dass Sie eine Matte mitbringen.
Außerdem wird sportlich bequeme Kleidung empfohlen.

Beschreibung

Einführung – BEDEUTUNG von QIGONG Ein gesundes Leben gehört seit jeher zu den Wünschen der Menschen. In vielfacher Weise sind die Bedingungen zum Erreichen dieses Zieles erforscht worden. Gesundheit hängt von vielen Faktoren ab. Die Lehre von Qigong Yangsheng (Qi-Übungen zur Pflege des Lebens) hat Wege aufgezeigt, auf denen die Menschen durch ihre eigenen körperlichen und geistigen Bedingungen ihre psychologischen und mentalen Funktionen mobilisieren, regulieren und kultivieren können. Qigong (gesprochen: tschigung; übersetzt: Arbeit mit der Lebenskraft) ist ein wichtiges Kulturgut des chinesischen Volkes und Teil der traditionellen chinesischen Medizin. Qigong spielt eine wichtige Rolle bei allen Aufgaben, die sich der Medizin stellen: Prophylaxe, Therapie, Stärkung von Körper und Geist, Prävention vorzeitigen Alterns, Förderung eines langen Lebens. Es hat eine regulierende, regenerierende, und aufbauende Wirkung auf den Organismus. URSPRUNG und Entwicklung der Ausdrucksformen Im Ursprung stammt diese Übungsmethode aus dem Taiji (13 Ausdrucksformen der Taiji-Pfahl-Übung) und wurde von Prof. Jiao Guorui in vielen Jahren seiner klinischen TCM-Arbeit zu den „15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong“ weiterentwickelt. Er hat viele Systeme auf ihre Gesundheit positiv beeinflussende Faktoren untersucht und mit diesen einen Übungsweg aufgebaut, der es ermöglicht, auf viele Gesundheitsbeschwerden eine eigene regulierende Antwort zu geben. Auf der Grundlage der Prinzipien der chinesischen Medizin und seiner praktischen Erfahrungen wird diese Übungsmethode heute praktisch vor allem zur Behandlung chronischer Erkrankungen, insbesondere auch zur präventiven Gesundheitspflege (Yangsheng) angewandt. Die „Taiji-Qigong Form der 15 Ausdrucksformen“ sind dem medizinischen und bewegten Qigong zugeordnet. Entfaltung SUBJEKTIVER FÄHIGKEITEN durch eigene Übungspraxis Bei den Ausdrucksformen des Taiji-Qigong handelt es sich bei jeder einzelnen Übung um eine den gesamten Organismus regulierende Selbst-Übungsmethode, deren Effekte sich mit der Dauer der Übungspraxis immer deutlicher zeigen. Die bzw. der Übende lernt nach und nach, seine subjektiven Fähigkeiten zu entwickeln und zu nutzen. Vor allem die eigenen Selbstheilungskräfte sollen durch regelmäßige Übungspraxis gestärkt werden. Eine zuversichtliche Einstellung und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten während des Übens sind dabei Voraussetzungen für die Entwicklung und das Fortschreiten im Taiji-Qigong. Das ZIEL der Taiji-Qigong-Übungen ist es, die physiologischen und psychischen Funktionen, d. h. „Bewegungen“ und Veränderungen im Menschen zu fördern. BESONDERHEITEN der Übungen der Ausdrucksformen des Taiji-Qigong: Im Praktizieren der Ausdrucksformen des Taiji-Qigong werden Elemente bzw. Prinzipien der Haltung, Bewegung, der Atmung und mentale Prozesse in jeder Übung miteinander verschmolzen. 1. Sie beinhalten die Prinzipien des Qigong 2. Sie stellen eine Taiji-Übungsmethode dar 3. Sie sind symmetrisch und ausgewogen bezüglich rechts und links, oben und unten, öffnen und schließen, steigen und sinken, vorne und hinten, Yin und Yang (die TCM-Grundmuster) 4. Sie verbinden Übungen-in-Ruhe mit Übungen-in-Bewegung Formale Grundaspekte des Taiji-Qigong – BASIS-ÜBUNGSPRINZIPIEN (sechs Schlüsselpunkte) Um eine gute Wirkung zu erzielen, ist es äußerst wichtig, Taiji-Qigong mit einem aufrichtigen Verständnis für seine Prinzipien u. Ziele zu üben. Daher ein kleiner Exkurs in die Grundprinzipien: a) Entspannung, Ruhe, Natürlichkeit • Relative Entspannung, sowohl mit einem gewissen Maß an Körperspannung, als auch einem Gefühl angenehmer Lockerung • Geistige Aktivitäten sind ganz auf die Übung und ihre Anforderungen gerichtet • „Bewegung in Ruhe“: Im Zustand geistiger Klarheit • Natürliche Körperhaltung und Körperbewegung, Atmung, Bewahren und Lenken der Vorstellungskraft (den natürlichen Bedürfnissen folgen mit beharrlicher Arbeit) b) Vorstellungskraft und Qi (Lebensenergie) folgen einander • Vorstellungskraft (yi) = geistige, gedankliche Aktivitäten („innere“ Bewegungen) • Qi = physiologische Aktivitäten unseres Organismus • Übender beeinflusst durch eigene geistige Tätigkeit physiologische Prozesse • Sind miteinander verbunden: Nach längerer Übungspraxis empfindbar (Bsp. durch Wärme, Kribbeln, Strömungsgefühl, Magnetismus, feine innere Bewegung etc.) c) Bewegung und Ruhe gehören zusammen • Ineinandergreifen und Einklang von Bewegung & Ruhe: In der Ruhe sucht man Bewegung, in der Bewegung sucht man Ruhe • Ohne Bewegung keine Veränderung, ohne Ruhe keine Regeneration • Wirkung von Bewegung nur unter der Bedingung einer inneren Ruhe gut entfaltbar d) Oben „leicht“ („leer“) – unten „fest“ („voll“) • „Obere Leichtigkeit (Beweglichkeit) – untere Festigkeit bzw. Stabilität (Kraft)“ • Obere Leichtigkeit beruht auf der unteren Stabilität („festes Fundament“) • Sobald sich untere Stabilität (Stand, Haltung, Erdung) eingestellt hat, ergibt sich obere Leichtigkeit auf natürliche Weise von selbst e) Das richtige Maß (für das eigene Üben) • Angemessene Körperhaltung entsprechend Konditionierung und Trainingszustand • Dem Atem zu Beginn der Übungspraxis nicht zu viel Bedeutung beimessen • Ziel im weiteren Fortschreiten ist eine natürliche tiefe Bauchatmung • Vorstellungskraft ist „Dirigent“: Auf Gedanken achten, ohne sie zu betonen • Angemessene Übungsdauer - so dass noch genügend Kräfte da sind und das Übungsinteresse noch wach ist f) Schritt für Schritt üben • Ausdauer, Kontinuität und Geduld nötig für zunehmende Übungserfolge und Effekte • Anfangs sicheres und solides Fundament schaffen: Vorbereitungshaltungen und Abschlussübungen ausgiebig praktizieren • Grundsatz: vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Komplexen usw. • „Auf Dauer ist langsames Schreiten günstiger als ungeduldiges und hastiges Gehen“ EINSATZMÖGLICHKEITEN der Ausdrucksformen in der PRAXIS (Zielgruppen in Angebot und Nachfrage) > Naturheilkundlich ausgerichtete Praxen, Physiotherapie und zu Massageanwendungen > Kliniken für Psychosomatik, Rehabilitation und innere Medizin > Ergänzende Methode in der Schmerz- und Psychotherapie > Einsatz im Gesundheits- und Rehabilitationssport (Vereine, Gesundheitsstudios, ect.) > Anwendung in Schulen und Heilpädagogik > Als betriebliche Maßnahme der Gesundheitsförderung (BGM) > Im Personaltraining, Medical Wellness, als Bestandteil des Shirin Yoku (Waldbaden) > Als regelmäßige präventive Eigenanwendung der individuellen Gesundheitsförderung AUFBAU/Struktur des WORKSHOPs „Die Ausdrucksformen des Taiji-Qigong“: 1. Theoretischer einführender Teil (Bedeutung, Ziele, gesundheitliche Effekte, Haltungskriterien) 2. Haltungs-, Bewusstseins- und Atemübungen im Stand und ggf. im Sitzen 3. Bewegtes Qigong (Einblick in 6-7 der 15 Ausdrucksformen, Bewegungs- und Körpererfahrung) 4. Abschluss: Stilles Qigong (meditativer Aspekt) PRAXISBEISPIEL 1: Haltungskriterien der wichtigsten Haltung im Qigong, dem „Reiterstand“ - Schulterbreiter Fuß-Stand - Außenkanten parallel (Fersen) - Leicht gebeugte Knie, leicht gebeugte Leiste - Becken sinken und LWS hängen lassen - Bauch bekommt genügend Raum für den Atem - Solarplexus entspannen, leicht nach innen nehmen - Brustkorb sinken lassen und Herz-Raum entspannen - Schultern nach unten und nach außen ziehen - Kinn leicht heran nehmen - „himmlischer Zug“ am Scheitelpunkt, sanft nach oben ausdehnen PRAXISBEISPIEL 2: Einblick in die 1. Ausdrucksform „Reguliere den Atem, beruhige den Geist“: Aus der fixierten Reiterstandposition steigen mit der Einatmung langsam die Arme körperfern nach oben bis auf Herzhöhe – drehen dann mit den Handinnenflächen (HIF) nach unten, so dass sie körpernah mit der Ausatmung wieder nach unten sinken. Wieder die Arme entfernt steigen lassen – die Ellenbogen führen die Bewegung – Schultern entspannen. In Herzhöhe drehen die HIF und sinken am Körper nach unten. Und erneut einatmend steigen, drehen und ausatmend sinken. Die Bewegung folgt dem Atem. Die Aufmerksamkeit verweilt im Becken und Unterbauch. Die Beine sind über die Fußsohlen stabil mit der Erde, dem Boden verbunden. Im nächsten Sinken der Arme folgt der Übergang zur nächsten Ausdrucksform. Hinweis zur Übungssteuerung: Ausführung pro Ausdrucksform 7-9 Wiederholungen. Möglichkeiten von ANPASSUNGEN in der AUSFÜHRUNG aufgrund von Beeinträchtigungen: > Variable Gestaltung des Übungslevels je nach körperlicher Konditionierung bzw. aktuellem Gesamtzustand (Variation Haltung, Bogenschritt und Ausführungsgrad in bewegten Formen) > Option der Ausdrucksformen auf dem Stuhl sitzend oder > Sitzend auf der Erde bzw. dem Sitzkissen WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN zum Qigong und dem Fachgebiet der TCM: www.tcm-beratung-leipzig.de; www.shenjing-qigong.de; www.shenmen-institut.de

Referent:

Danilo Marz
Ganzheitliche Beratungspraxis in TCM