Praxisworkshop

Handwerkliche Techniken in der Ergotherapie (S-015)

Theorie und Praxis

Kurzbeschreibung

Zutritt nur mit Kongressticket
Fortbildungspunkte / Übungseinheiten: 2

Beschreibung

Handwerkliche Techniken in der Ergotherapie Klientenzentriert, betätigungsorientiert, Handwerk! Zurück zu den Wurzeln der Ergotherapie ohne dabei auf die Fortschritte, besonders des wissenschaftlichen Arbeitens, zu verzichten, ist die Kernbotschaft des Worshops. In diesem Workshop wird das ergotherapeutische Medium „Handwerk“ (EM Handwerk) als modernes, bio-psycho-soziales Mittel in der Therapie mit jeder Altersgruppe vorgestellt. Wie kann man Handwerk klientenzentriert gestalten? Welche Vorteile haben bestimmte Materialien auf Grund ihrer Beschaffenheit, kulturellen Bedeutung und verschiedener Herstellungs- und Verwendungsprozesse? Wie beziehe ich als Therapeut*inn wissenschaftliches Arbeiten und somit Qualitätssicherung zum Wohle des Klienten in die Therapie bei Verwendung handwerklicher Techniken mit ein? Kann man Therapieerfolg und das Erreichen von Klientenzielen auch bei Verwendung des EMs Handwerk valide und reliabel erfassen? Mit diesen Fragestellungen beschäftigt sich der Workshop „Handwerkliche Techniken in der Ergotherapie“ mit Franziska Stedry. In diesem Rahmen wird das Handwerk in Theorie und Praxis ganzheitlich beleuchtet. Im Praxisteil können am Beispiel handwerklicher Kleinsttechniken die Wirkung, die Vorteile und die Besonderheiten der jeweiligen Technik einerseits selbst erfahren werden, andererseits dienst die praktische Selbsterfahrung durch die Teilnehmer wiederum dazu, auf die Theorie zu den therapeutischen Methoden* einzugehen. Neben weiteren ergotherapeutischen Mitteln, Maßnahmen und Methoden hat auch das EM Handwerk einen Platz in der modernen Therapie verdient. Es kann – klientzentriert eingesetzt, dem Klienten mehr geben als einzelne motorisch-funktionelle, sensomotorisch-perzeptive und psychisch-funktionelle Behandlungsmethoden, da es auf Grund seiner Beschaffenheit, Herstellung und soziokultureller Bedeutung alle Aspekte einer sinnigen, ressourcenorientierten Betätigung abdeckt – und der therapeutische Behandlungsschwerpunkt bei jedem Handwerk individuell gelegt werden kann. Nach dem Motto „Gib Dingen eine Bedeutung und sie sind magisch“ kann Handwerk ein alltagsorientiertes Ziel (ADL-Ziel = Aufgaben des täglichen Lebens) jederzeit ergänzen und dem Klienten noch etwas Anderes dazu geben: vielleicht unbekannte Erfahrungen, vielleicht vertraute Erinnerungen, vielleicht Freude an der eigenen Tätigkeit und Selbstständigkeit – ohne immer die direkte Zielerreichung (z.B. Brotschmieren, Geld in den Geldautomaten werfen oder mit anderen ein Gespräch führen) im Hinterkopf zu haben. Auffallend ist: die aktuelle Gesellschaft ist wieder offen für Handwerk, Arts and Craft und DIY (Do-it-yourself-Produkte). Die Makrameeblumenampeln hängen wieder zum Kauf in den Geschäften, Sets zum Herstellen von Armbändern werden gern gekauft, Gemälde und Kunst aus Ton oder Holz befinden sich neugekauft in Wohnzimmern und selbst der Peddigrohrkorb findet wieder Einzug an die Esstische gefunden... Wo war das EM Handwerk dann so lange? Handwerk war auch im Rahmen der therapeutischen Akademisierung lange Zeit bei Therapeut*innen nicht „in“, aber auch bei den Klienten oft nicht beliebt. Jetzt ist das Handwerk wieder in. Mit dem Brückenschlag zum Alltag der Klienten ist es nun auch therapeutisch umso relevanter und einen tolle Möglichkeit für Klient*innen und Therapeut*innen am Therapieerfolg auf eine besondere bio-psycho-sozial ganzheitliche Weise zusammen zu arbeiten. Wieder Lust auf das EM Handwerk in der Ergotherapie als Teil der verschiedenen ergotherapeutischen Möglichkeiten zu machen ist Ziel des Workshops. *ausdruckzentrierte Methode, Kompetenzzentrierte Methode, Wahrnehmungszentrierte Methode und Interaktionelle Methode (als Gruppendynamischer Prozess)

Referent: