Seminar

"Verletzungen als Chance“ (DHfPG/BSA-Akademie) (S-059)

Sportpsychologisches Verletzungsmanagement – mit gezielter „Kopfarbeit“ zurück auf die Erfolgsspur

Kurzbeschreibung

Zutritt nur mit Kongressticket
Fortbildungspunkte / Übungseinheiten: 4

Beschreibung

„Man lernt eine Zeile von einem Sieg und ein Buch aus einer Niederlage.“ (Paul Brown, 1908-1991, ehemaliger American Football Trainer) Egal ob im Freizeit- oder Leistungssport – ein Sportunfall wirft einen Sportler aus der Bahn. Zu den häufigsten Verletzungen zählen Zerrungen, Muskelfaserrisse, Bänderrisse, Prellungen sowie Schürf- und Platzwunden. Wenn auch die Schmerzen und äußeren Blessuren recht schnell besiegt sind, so bleibt der Kampf mit der Sportverletzung auf der psychologischen Ebene bei vielen Athleten lange bestehen. Durch die Fokussierung auf die akut ärztliche Versorgung gerät der Einfluss der Verletzungen auf die Psyche häufig aus dem Blick. Je nach Leistungslevel gehen für den Athleten mit einer Verletzung schwierige Fragen einher. Wann kann er den Sport wieder ausführen oder droht im schlimmsten Fall sogar das Karriereende? Kommt es eventuell zum Ausfall von Wettkampfprämien und/oder Sponsorenverträgen, d. h. ist die finanzielle Absicherung in Gefahr? Diese omnipräsente Angst vor der Ungewissheit kann den Athleten psychisch stark beeinträchtigen. Ein angemessener psychosozialer Umgang mit kleineren oder größeren verletzungsbedingten Rückschlägen ist daher von großer Bedeutung und mitentscheidend für den positiven oder negativen sportlichen Zukunftsweg bzw. Karriereverlauf eines Athleten. Die psychosoziale Bewältigung von Verletzungen stellt eine wichtige sportliche Fähigkeit dar, welche entwickelt, gefördert und trainiert werden muss. In Untersuchungen zur Vorhersage von Verletzungen stehen die Merkmale „Ängstlichkeit“ (Devantier, 2011) und Sorge (Noh et al., 2005) in Verbindung mit einem erhöhten Verletzungsrisiko. Das heißt, insbesondere Personen, welche ein hohes Maß an Ängstlichkeit oder Sorge verspüren, sind prädisponiert, Situationen als stressig wahrnehmen. Das subjektiv empfundene Stressniveau gehört zu den drei Kategorien von psychologischen Variablen, welches den stärksten Prädiktor für Sportverletzungen ausmacht (Ivarsson et al., 2017). Als Persönlichkeitseigenschaften, welche sich positiv auf das Verletzungsrisiko auswirken, werden Widerstandsfähigkeit, Optimismus (Wadey et al., 2013) und Selbstvertrauen genannt (Kleinert, 2007). Sportverletzungen sind häufig negative Ereignisse, welche fast alle Athleten während ihrer Karriere einmal oder sogar wiederholt erleben. Durch die Arbeit mit evidenzbasierten Methoden, wie zum Beispiel entspannungsbasierten Interventionen oder Mentalem Training scheint es möglich zu sein, das Verletzungsrisiko zu reduzieren oder auch nach einer eingetretenen Verletzung erfolgreich und leistungsfähig in den Sport zurückzukehren. Durch die Integration einer psychologischen Perspektive in den Bereich der Sportverletzungen ist es möglich, den Athleten noch gezielter bei der Wiedererlangung und Erhaltung seiner sportlichen Leistungsfähigkeit zu unterstützen.

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