Joggen und Beckenbodentraining nach dem WABASKA® - Konzept

Alltagsnahe ultraschallgestützte Trainingsbetreuung eines funktionellen Beckenbodentrainings

Beschreibung

Sprungphasen von einem Bein zum anderen haben immer etwas mit Balance und der Kunst des Abfederns zu tun. Wenn Klienten mit Beckenbodenschwäche aktiv werden, kommen sie beim Joggen oder Trampolin springen schnell an ihre Grenzen. In den Anfängen meiner Berufszeit wurde oft das bekannte Aufzugprinzip empfohlen. Es wurde also ein initiales Kommando des Therapeuten genutzt, um die Beckenbodenmuskulatur zu aktivieren und dann bei den jeweiligen Belastungen verschlossen zu halten. Die weit im Körperinneren verborgene Muskelfasern des Beckenbodens stellen für den Trainierenden eine besondere Herrausforderung dar. Es ist schwer sie zu aktivieren. Die tragende Funktion, die vor allem unbewusst trainiert werden kann, fordert eine besondere Herrangehensweise. Eine Aktivierung mit Haltungs- und Beinachsenkorrecktur, in Verbindung mit der Wahrnehmung der dabei stattfindenden Muskeltätigkeiten. Die anatomischen Aussagen über die Muskelfaserzusammensetzung sagen aus, dass ein Großteil der Faseranteile tonisch, also langsam zukend aktiv sind (Gilpin 1989; Swash 1992; Gosling 1981)1. Die Verteilung liegt je nach Breich des Levator Ani bei ca 80% zu gunsten der langsam zukenden Muskulatur. Kann ein Komando so langsam Gedacht werden, dass es eine langsam zukende Muskelphaser anspricht oder sind die posturalen Reflexe aus den Gelenkrezeptoren eher dazu in der Lage? Wenn man die Funktion des Beckenbodens im Alltag genauer betrachtet, wird über einen Großteil des Tages die Beckenorgane gegen die Schwerkraft stabilisiert, die Blase wird bei zunehmender Füllung getragen und eine erhöhte Muskelarbeit wird aufgebaut, wenn abdominale Druckspitzen z.B. beim Niesen, Husten, Tragen, Heben und Lachen entstehen. Dabei sichert der Beckenboden den Verschluss. Diese Prinzipien werden im Seminar mittels Ultraschall dargestellt und verständlich gemacht. Das Kommando „Zeihen sie jetzt bitte Ihren Beckenbodenmuskelaufzug hoch!“ ist aber ein willentlicher Prozess und funktioniert oft nicht. Die Beobachtung der Wahrnehmnung / der Anbindung des Beckenbodens zeigt zu diesem Thema immer wieder in Untersuchungen mit dem Ultraschall, dass die Patienten ein solches Kommando nicht umsetzen können, vor allem wenn sie zu der Gruppe der Inkontinenten zählen: 30 % der Frauen können selbst nach sorgfältiger Anleitung nicht korrekt den Beckenboden kontrahieren ( Benvenuti et al. 1987, Bø et al. 1988, Bump et al. 1991) und insbesondere Bump geht darauf ein, dass 25% drücken wie beim Stuhlgang und 49% konnten nach erster verbaler Aufforderung keine richtige Kontraktion hervorrufen. Wie kann der Muskel nun wieder reorganisiert werden? Eine wertfreie Wahrnehmung ist dabei entscheidend, die ein erspüren abverlangt. Diese Inhalte bieten den Einstieg in das Beckenbodentraining. WABASKA® als Vermittlungsprinzip ist von mir entwickelt worden um sich dem Thema Trainierbarkeit des Beckenbodens mit allen seinen vielfältigen Möglichkeiten durch Wahrnehmung, Atmung, Beweglichkeits-, Ausdauer-, Schnelligkeits- und Krafttraining nähern zu können um danach das letzte „A“ die Integration in den Alltag zu erreichen.

Referent:

Robert Haeusler
Das WABASKA Konzept