Auswirkungen eines Foam Rollers mit zusätzlicher Vibrationsstimulation auf die Eigenschaften der Fascia Thoracolumbalis

Beschreibung

Einführung Jüngste Erkenntnisse der Faszienforschung zeigen, dass die Faszien einen weitaus größeren Einfluss auf den menschlichen Bewegungsapparat haben als bisher angenommen. In einer Studie von Schleip et al. (2012) wurden verschiedene Fasziengewebe mit immunhistologischen Methoden analysiert. Dabei zeigte sich, dass Fasziengewebe auch zahlreiche Myofibroblasten enthält, die eine ähnliche Kontraktilität wie die glatte Muskulatur aufweisen und somit dynamisch agieren und Bewegungsprozesse des menschlichen Körpers unterstützen können. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass das Fasziengewebe Pacini- und Ruffinikörper enthält, die für die Propriozeptivität wichtig sind(1). Eine weitere Komponente, die vor allem im Sportbereich immer wichtiger zu werden scheint, ist der Einsatz von Vibrationen. Ganzkörpervibrationen und lokale Muskelvibrationen sind die am häufigsten beschriebenen Trainingsarten zur Verbesserung ua.a der muskulären Leistungsfähigkeit in Bezug auf Kraft und Ermüdung(2). Ziel Das Ziel dieser Studie ist es zu zeigen, ob das Foam Rolling plus Vibration (12 Hz) die Beweglichkeit und die Charakteristik des TLF effektiver beeinflussen kann als das reguläre Foam Rolling. Material und Methoden 45 gesunde Probanden (Alter: 26,51±4,01 Jahre; Größe: 1,77±0,1 m; Körpermasse: 74,3±10,3 kg), wurden zu gleichen Teilen in die Gruppen Foam Roll + Vibration (FRV), Foam Roll (FR) und Kontrollgruppe (KG) eingeteilt. Zur Beurteilung der Mobilität des TLF wurde eine sonographische Aufnahme (Framerate 22MHz) während einer passiven 30°-Rumpfbeugung gemacht. Das Gleiten zwischen beiden Faszienschichten und das Gleiten zwischen oberflächlicher Faszie und Subkutis wurde berechnet, um die Scherdehnungsmobilität (SSM) zu quantifizieren (Abbildung 1b+c). Weitere Messungen wurden durchgeführt, um die lumbale Mobilität (Extension, Flexion, laterale Beugung), die Gewebedicke (Faszie, Subkutis, Haut) zu bewerten. Mit der Indentometrie wurden Kriechen, Entspannung, Steifigkeit und Mechanosensitivität gemessen. Ergebnisse Der Mittelwert der TLF-Strecke stieg nach beiden Interventionen signifikant an. Bei FRV nahm die Bewegung um 2,84 mm zu (SD±1,08/p<.001). In der FR nahm die Bewegung um 0,96 mm zu (SD±.43/p<.001). Der Vergleich zwischen FRV und FR zeigte einen signifikanten Wert mit p<.001. Die Faszie/Faszie SSM nahm im FRV um 22,61% (SD±15,64/p<.001) und in der FR um 11,41% (SD±20,38) zu. Dieser Effekt in der FR ist mit p=.056 statistisch nicht relevant. Die Faszie/Subkutis SSM zeigte eine erhöhte Mobilität von 18,2%. (SD±17,4323/p=.001) in der FRV. Für die anderen Gruppen gab es keine statistisch signifikanten Ergebnisse. Der Vergleich der Unterschiede zeigte signifikante Unterschiede zwischen FRV x FR (p=.001) und FRV x CG (p=.01). Schlussfolgerung Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Bewegung des TLF sowohl bei normaler Verwendung einer Foam Roll als auch bei kombinierter Vibrationsapplikation verbessert. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass die Gruppe, die die zusätzliche Vibrationsapplikation erhielt, im Vergleich zur FR und zur KG eine Zunahme des Bewegungsumfangs und der Shear-Strain-Mobility erfuhr. Dies deutet darauf hin, dass die Anwesenheit der Pacini- und Ruffini-Körper, die bekanntermaßen auf die Vibrationsstimulation reagieren, die Elastizität der Faszie indirekt beeinflussen kann.

Referent:

Annika Griefahn
Hochschule Osnabrück, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften