Kongress therapie LEIPZIG

Abgesagt: Schädelhirntrauma in der Sprachtherapie/Logopädie (Fallberichte) (S-261) (S-261)

Kurzbeschreibung

Einstiegsseminar

Beschreibung

„Das Redeverhalten ist inhaltlich stark minimalisiert, fast rudimentär. Die Äußerungen bestehen häufig aus subjekt- und prädikatsfreien Nominalphrasen. Statt Antworten wird mit Gegenfragen reagiert. Sachverhalte oder persönliche Erlebnisse werden verkürzt wiedergegeben und bleiben nur über wenige Sprechzüge erhalten.“ Das Zitat aus einem Therapiebericht beschreibt die kognitive Kommunikationsstörung eines jüngeren Patienten nach Schädelhirntrauma. In den letzten Jahren häufen diese Behandlungsnotwendigkeiten. Interessanterweise besteht keine Aphasie! Solche Störungen sind das zentrale Thema des Seminars. Andere Patienten zeigen Unsicherheiten im Erzählen, Probleme in der Textbearbeitung oder vergessen Sachverhalte aus ihrem alltäglichen Umfeld. Kognitive Schwäche der Aufmerksamkeit, der Flexibilität oder der eigenen Handlungsplan und Kontrolle ergänzen das Störungsbild. Wenn keine sprachsystematischen Defizite bestehen, haben wir es mit pragmatischen Defiziten im verbalen Verhalten zu tun. Welche Rolle kann die Sprachtherapie/Logopädie dabei spielen? Können wir entsprechende Behandlungskonzepte bereithalten? An Beispielen aus meiner Praxis möchte ich einige leichtere und einen schweren Fall von kognitiven Kommunikationsstörungen vorstellen und die Therapie diskutieren. Auf welche Diagnostik können wir uns schätzen und wo bleiben wir auf sorgfältige Beobachtungen beim Patienten angewiesen? Wie weit müssen wir uns in die Belange der Patienten bewegen, weil wir sonst deren Schwächen nicht erfassen. Die allgemeine Beschreibung der kognitiven Kommunikationsstörungen hat sich verbreiteter (vergl. Büttner/Glindemann 2019). Mit MAKRO und MEC existieren Untersuchungsmöglichkeiten. Wie können wir individuelle Therapieziele erarbeitet um die Teilhabe am sozialen Leben zu verbessern. Dennoch kommt man schnell an therapeutische Grenzen einer „best practice“ und braucht vielleicht Unterstützung im familiären und weiteren therapeutischen Umfeld des Patienten. Eigene Erfahrungen der Teilnehmer hierzu sind willkommen. Aus meiner persönlichen Erfahrung sehe ich ein offenes Arbeitsfeld, dass nur die Sprachtherapie behandeln kann. Manche Patienten werden nur zum Übergang in ihre Selbständigkeit betreut, andere brauchen erhebliche Hilfe bei ihren verbalen Unzulänglichkeiten. Viele Patienten rutschen bisher ohne Therapie durch das therapeutische Raster.

Referent: