Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – Arbeitsfähigkeit und Führungsverhalten

Einführung, Forschungsbericht und Handlungsansätze

Beschreibung

Zu den Herausforderungen von Betrieben und für das Betrieblichen Gesundheitsmanagements gehört das schon länger bekannte Phänomen einer durchschnittlich älter werdenden Gesellschaft. Unter anderem wegen dieser Entwicklung zeigt sich die Erwartung, einer eher abnehmenden Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten und ernsthaften Schwierigkeiten in der Personalbeschaffung und Personalbesetzung (1). Das Führungsverhalten spielt für die Arbeitsfähigkeit eine entscheidende Rolle (2) und auch die damit verbundene Kommunikation. Ziel & Methode: Es soll hier gezeigt werden, ob Zusammenhänge der Arbeitsfähigkeit (3) von Beschäftigten mit den kommunikativen Fähigkeiten von Führungskräften und der tatsächlichen Wochenarbeitszeit (u.a.) nachweisbar sind. Methode: Die untersuchte Stichprobe (n=333) war im Durchschnitt 43,78 Jahre alt (s=12.02) und gehört einer Sozialversicherung an. So verrichteten diese eine überwiegend geistige Tätigkeit. Mit einem freiwilligen Online-Selbstcheck wurde neben soziodemografischen Merkmalen, tatsächlicher Wochenarbeitszeit und der Kommunikationsqualität zwischen Vorgesetzen und Mitarbeiter/innen (FKQ-MA) u.a. auch der Work Abilty Index (WAI / Arbeitsfähigkeit) ermittelt. Den Teilnehmenden wurde anonym ein individuelles Ergebnis mit Zielsetzung bereitgestellt. Mit der damit verbundenen Mehrwert-Kommunikation über alle relevanten Führungs- und Funktionsebenen, konnte eine erhebliche Rücklaufquote von 91 % erreicht werden. Die Daten wurden statistisch mit dem Programm R ausgewertet und dargestellt. Ergebnisse: Der FKQ-MA wies eine statistisch hochsignifikante Korrelation von r= 0.29 zur Arbeitsfähigkeit (WAI) auf und erklärte alleine 8 % der Variabilität des WAI. Bei einer tatsächlichen Wochenarbeitszeit von >44 Stunden (WAI: 32,75) hatten die durchschnittlich darüber hinaus arbeitenden Beschäftigten, im Sinne eines hochsignifikanten Unterschieds (zu <44 h= WAI: 37,61), einen um 4,86 geringeren WAI. Der FKQ-MA korreliert zudem statistisch hochsignifikant mit dem subjektiven Gesundheitszustand (rs= -0.20; Skalen gegensinnig gepolt). Die berichtete Studie weist mit statistisch signifikanten Ergebnissen auf Zusammenhänge der kommunikativen Fähigkeiten von Führungskräften (FKQ-MA) mit der Arbeitsfähigkeit (WAI) in der Sozialversicherung hin. Weitere Studien sollten prüfen, ob sich die Ergebnisse in anderen Branchen replizieren lassen. Erfahren Sie auf dem Kongress weitere Details und Handlungsansätze zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit und des Führungsverhaltens. Bonn / Boppard / Saarbrücken, den 12.07.2020, Till N. Waldhausen (BC. NL, MBA & CDMP), Lehrkraft Physiotherapie & Gesundheitsmanagement, X-PHYSIO, BONN, https://x-physio.de, Email: till.waldhausen@x-physio.de Prof. Dr. Bernhard Allmann, Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement – DHfPG, SAARBRÜCKEN, https://www.dhfpg.de, Email: b-allmann@dhfpg-bsa.de

Referent: