Trainingstherapie bei COPD und Lungenemphysem

Der Weg zu mehr Lebensqualität

Beschreibung

Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen stellen mit einer Prävalenz von 12,5% bei Patienten über 65 Jahren (2017) eine relevante Zielgruppe für Physiotherapeuten dar. Die Krankheit geht mit einer hohen Einschränkung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit einher. Verringerte Aktivität durch Atemnot führt zu einem Verlust von Muskulatur (Sarkopenie), was zu weiteren Einschränkungen der Leistungsfähigkeit führt. Die scheinbare Perspektivlosigkeit der chronisch progressiven Erkrankung demotiviert, führt zu Vermeidungsverhalten von Anstrengungen, sowie sozialen Rückzug. Muskelmasse und -funktion beeinflussen den Krankheitsverlauf stärker als die Lungenfunktion. Physiotherapeutische Sport- und Bewegungstherapie bietet daher die Möglichkeit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität erheblich zu steigern und letztendlich eine bessere Prognose zu bewirken obwohl pathologische Veränderungen der Lunge und Einschränkungen der Lungenfunktion nicht direkt beeinflusst werden können. Regelmäßiges physiotherapeutisches Training wird von der deutschen und niederländische Leitlinie in jedem Stadium der Erkrankung empfohlen. Ein gutes Verständnis der Pathophysiologie stellt dabei die Basis der Therapie dar. Physiologischen Veränderungen der Muskulatur lässt sich ebenso wie der Entwicklung von Begleiterkrankungen entgegen wirken, was die Prognose verbessert. Es gilt einen adäquaten Belastungsreiz, ohne Überforderung nach individuellen Bedürfnissen zu setzen. Anhand von Fallbeispielen erstellen wir nach einer kurzen theoretischen Einführung gemeinsam exemplarische Behandlungsziele und Trainingspläne. Dabei besprechen wir unter Berücksichtigung von Risikofaktoren auch die krankheitsspezifischen Bedürfnisse und Ziele der Patientengruppe. Die Trainingstherapie als eine der tragenden Säulen der pulmonalen Rehabilitation wird im Kontext dargestellt. Mit diesem Workshop wollen wir Physiotherapeuten mehr Sicherheit und Struktur geben um eine effektive und sichere Trainingstherapie auch mit schwer betroffenen und multimorbiden Patienten gestalten zu können.

Referent:

Andrea Huhn
Zwanzig-Neun-Fünf

Co-Referent: