Medical Flossing – Modeerscheinung oder nützliches Therapietool?

Beschreibung

Flossing ist seit inzwischen über 5 Jahren eine in der Medizin bekannte Therapieform, die v.A. für die Ziele Schmerzlinderung und Beweglichkeitserweiterung zu Hilfe genommen wird. Es scheint sehr simpel zu funktionieren, indem man ein Gummiband mit mehr oder weniger Druck um eine bestimmte Körperstelle herumwickelt und dann aktiv oder passiv mobilisiert. „Das ist mit Sicherheit die Basis für die Anwendung mit einem Flossband, aber noch lange keine Therapie!“ Allerdings hat selbst das eine Wirkung auf die Rezeptoren [1] in unserem Körper. So kommt es, dass auch durch unspezifische Applikationen durchaus der Schmerz deutlich reduziert [6] und die Beweglichkeit kurzfristig erweitert werden kann [3,4]. Therapie ist es erst dann, wenn das Flossband die spezifische therapeutische Zielsetzung unterstützt oder umsetzt. Medical Flossing versucht die mechanischen und neurophysiologischen Effekte unterschiedlicher Applikationsstrategien auf ein konkretes Ziel anzuwenden. Wenn die Beweglichkeitserweiterung in eine Richtung das übergeordnete Ziel darstellt, kann der therapeutische Ansatz jedoch spezifisch abweichen, beispielsweise durch eine myofasziale oder artikuläre Zielsetzung. Dies führt im Medical Flossing dann zu unterschiedlichen Applikationsformen. Das Flossband unterstütz dabei die Therapie, beispielsweise den manualtherapeutischen Ansatz, indem es die Grifftechnik erleichtert, Vorpositionen im Gelenk sichert oder Tonus der umliegenden Strukturen reduziert. „Flossing ist nie die Therapie, sondern nur ein Tool, welches den Therapeuten unterstützt.“ Diese kritische und differenzierte Auseinandersetzung wird Kern des Seminars werden. Mit dem entsprechenden Know-How kann das Flossband eine Ergänzung in den unterschiedlichsten Feldern der Therapie (Geriatrie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, uvm.) darstellen. Neben Anwendungsbeispielen wird auch die aktuelle Evidenzlage eine Rolle spielen.