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    DGNKN-Kongress (D-003)

    Rehabilitation der Multiplen Sklerose

    08.03.19 | 09:30 – 12:30 Uhr

    Veranstaltungsart
    Fortbildungskongress DGNKN
    Themen
    Neurologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Medizinische Rehabilitation
    Berufsgruppe
    Ergotherapeuten, Logopäden, Ärzte
    Teilnahme-empfehlung

    A

    Fortbildungspunkte

    Fortbildungspunkte werden bei der Sächsischen Landesärztekammer beantragt. Fortbildungspunkte für Therapeuten: pro Kongresstag 6 Punkte, pro Halbtagsveranstaltung 3 Punkte.

    Organisator

    Deutsche Gesellschaft für Neurotraumatologie und klinische Neurorehabilitation e.V. DGNKN

    Inhalt
    Der Vortrag gliedert sich in drei Abschnitte von jeweils 45 Minuten. Zwischen den Abschnitten liegen jeweils 15 Minuten Pause, in denen der Referent für Fragen zur Verfügung steht.

    09:30 – 10:15
    I. Symptomatische Therapie

    Häufig heißt es unter den Patienten, dass die Multiple Sklerose (MS) die Krankheit mit den 1000 Gesichtern sei. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass sie bei jedem anders aussieht bzw. unterschiedlichste Symptome haben kann, die wiederum in unterschiedlicher Reihenfolge und nach unterschiedlichem Zeitverlauf auftreten können.

    Blasenstörungen spielen eine besondere Rolle, weil sie häufig nicht ausreichend angesprochen werden und dementsprechend auch häufig unzureichend behandelt sind, obwohl sie sich meistens gut beeinflussen lassen. Für die spastische, überaktive Blase ist typisch, dass sie zu häufigem Harndrang führt, zu imperativem Harndrang, zu kleinen Harnmengen und normalerweise nicht mit einem erhöhten Restharn verbunden ist. Nach Ausschluss einer Blasenentzündung und eines durch Ultraschall nachgewiesenen erhöhten Restharns lässt sich dieses Symptom häufig durch Anticholinergika günstig beeinflussen. Wichtig ist, dass die Patienten dies realisieren und von Mitpatienten zu hören bekommen, dass sich die Lebensqualität drastisch verbessern kann, wenn der häufige Harndrang und das imperative Verhalten nachlassen bzw. sich durch Medikamente gut behandeln lassen. Verdächtig für diese Art der Blasenstörung ist auch, wenn die Patienten nichts mehr trinken, wenn sie das Haus verlassen müssen oder vor einer Therapie noch einmal auf die Toilette gehen oder auf dem Weg zu ihrem Kaufhaus die unterwegs liegenden öffentlichen Toiletten kennen.

    Spastik: Ein häufiges Symptom ist die spastische Tonuserhöhung, die früher häufig eher überbehandelt wurde. Die Schwierigkeit ist, dass die spastische Tonuserhöhung in den Beinen häufig mit einer proximalen Schwäche einhergeht, insbesondere mit einer Rumpfschwäche, die sich durch die Gabe von Antispastika noch verstärkt. Vor der Gabe von Antispastika muss das Ziel gut definiert werden und nach der einschleichenden Aufdosierung von Antispastika überprüft werden. Wird das Ziel nicht erreicht (Verbesserung der Gangsicherheit, Erweiterung der Gangstrecke, Erleichterung des Gehens, Reduktion von Schmerzen, Verbesserung des nächtlichen Schlafes, pflegerische Erleichterung der Adduktorenspastik etc.), dann sollte das Antispastikum gewechselt oder abgesetzt werden.

    Fatigue ist eins der häufigsten Symptome bei der MS und eins der Symptome, die am stärksten beeinträchtigend sein können und auch häufig Grund für eine Frühberentung sind. Dabei handelt es sich um ein recht hartnäckiges Symptom. Medikamentös lassen sich Versuche mit Amantadin, Modafinil und antriebsfördernden Antidepressiva durchführen. Häufig sprechen die Patienten jedoch nicht darauf an. Die Wirkung ist auch häufig nur moderat.

    Psychiatrische Komorbiditäten, insbesondere die Depression, sind sehr häufig. Diese können psychotherapeutisch und medikamentös angegangen werden.

    Auch Nervenschmerzen können durch entsprechende Medikamente, die häufig auch bei Epilepsie eingesetzt werden, günstig beeinflusst werden.

    10:30 - 11:15
    II. Rehabilitation der MS

    So bunt wie die Symptomatik sein kann, so unterschiedlich können auch die notwendigen Therapien sein.
    Im Vordergrund stehen häufig motorische Therapien zur Verbesserung der Mobilität. Entsprechende Leitlinien (Mobilität bei MS) wurden auf der Jahrestagung der DGNR in Erlangen 2018 vorgestellt. Behandlungsbedürftig sind ebenfalls häufig Kraft, Tonus und Feinmotorik sowie Missempfindungen oder verminderte Sensibilität im Bereich der Arme.

    Gut belegt sind auch Effekte kognitiver Therapie im Bereich von Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Begleitet werden sollten diese Trainingsmethoden jedoch immer von erfahrenen Neuropsychologen.

    Wichtig ist eine adäquate Krankheitsverarbeitung. Manchmal erfolgt sie spontan und ohne Hilfe. Häufig ist der Austausch unter den Patienten hilfreich. Gegebenenfalls bedarf es der psychologischen Unterstützung.

    Ein weiteres Feld ist die Berufstherapie. Hier geht es darum, die beruflichen Anforderungen zu erfassen und nach einer ausführlichen Testung des Patienten mit seinen verbliebenen Fähigkeiten zu vergleichen. Anforderungsprofil am Arbeitsplatz und Fähigkeitsprofil des Patienten müssen angepasst werden. Dies kann einerseits durch ein gezieltes Training des Patienten erfolgen, andererseits durch eine Anpassung des Arbeitsplatzes.

    Damit verbunden ist auch häufig die Beratung beim Sozialarbeiter zu Fragen der Schwerbehinderung, der beruflichen Wiedereingliederung oder der Berentung. Auch andere Fragen wie Pflegeeinstufung oder andersartiger Anträge werden thematisiert.

    Kernbestand und zentrales Element bei einer chronischen Krankheit sollte die Schulung und die Befähigung des Patienten sein, mit seinen Beschwerden zurechtzukommen oder „das Beste daraus zu machen“. Hierzu gehören Informationsseminare, aber auch psychologisch geführte Gruppen zur Verbesserung der Krankheitsverarbeitung.

    11:30 - 12:15
    III. Immunmodulation bei MS

    In einem 3. Vortrag wird die Immunmodulation thematisiert. An dieser Stelle wird dies nicht weiter ausgeführt, sondern auf die Leitlinie der DGN verwiesen.

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